Burg Molsberg
„Auf einem Basaltkegel, 6 km südlich von Westerburg, erhebt sich das Schloss der Grafen von Walderdorff, an das sich der Namen der einst in diesem Gau blühendenden Geschlechts der Herren von Molsberg knüpft. Die ´nobiles viri domini de Mollesberg´, deren einer im 14. Jahrhundert sogar den Grafentitel führt, erscheinen zuerst im 11. Jahrhundert, als Kaiser Heinrich II. der Trierer Abtei St. Maximin viele ihrer weitverbreiteten Güter entzog und mit dem im goldenen Grund gelegenen Niederbrechen und Niederselters 1023 Anselm von Molsberg belehnte.“ (Luthmer, S. 152)
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Weitere Informationen zur Burg Molsberg finden sich auf EBIDAT- Burgdatenbank des Europäischen Burgeninstitutes – Burgen an Rhein und Donau (05.05.2015)
Quellen:
Bild: Luthmer, S. 153
Literatur:
Ferdinand Luthmer, Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Oberwesterwald und Westerburg, Frankfurt 1910.
Burgenlandschaft im Westerwald
Die Burgenlandschaft des Westerwaldes entstand im Hoch- und Spätmittelalter als Reaktion auf die politische Zersplitterung der Region und die strategische Bedeutung der Cölnischen Hohen Heer- und Geleitstraße, einer der wichtigsten Fernverbindungen zwischen Köln und Frankfurt. Entlang dieser Route entwickelte sich ein Netz aus Burgen, die sowohl der Sicherung des Verkehrs als auch der Durchsetzung territorialer Herrschaft dienten. Zu den zentralen Anlagen zählen Burg Molsberg, die Weltersburg und Burg Hartenfels, die jeweils unterschiedliche Funktionen innerhalb dieses Systems erfüllten.
Burg Molsberg, vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet, fungierte primär als Sitz der Herren von Molsberg und diente weniger militärischen Zwecken als vielmehr der Verwaltung und Repräsentation eines lokal einflussreichen Adelsgeschlechts. Ihre Lage erlaubte die Kontrolle regionaler Wege, die zur Haupthandelsstraße führten. Die Anlage wurde später zu einem barocken Schloss umgestaltet, was ihren Wandel von einer Wehrburg zu einem adeligen Wohnsitz verdeutlicht.
Die Weltersburg, eine kleinere Höhenburg des 13. Jahrhunderts, besaß vor allem lokale Bedeutung. Sie diente der Überwachung von Nebenwegen und ergänzte das Sicherungssystem der größeren Burgen. Obwohl sie politisch weniger einflussreich war, zeigt ihre Position die dichte Verzahnung von Herrschafts- und Verkehrsstrukturen im Westerwald. Heute ist sie nur noch als Burgstall erhalten.
Burg Hartenfels, vor 1249 erbaut und urkundlich gut belegt, war die strategisch bedeutendste der drei Anlagen. Als Grenz- und Schutzburg der Grafen von Wied und der Gräfin Mechthild von Sayn sicherte sie direkt die Fernstraße Köln–Frankfurt, ermöglichte die Erhebung von Zöllen und markierte territoriale Ansprüche. Ihr früher Verfall im 16. Jahrhundert spiegelt den Funktionsverlust vieler mittelalterlicher Burgen in der frühen Neuzeit wider.
In ihrer Gesamtheit verdeutlichen die drei Burgen die enge Verbindung von Verkehr, Wirtschaft und Herrschaftsausübung im mittelalterlichen Westerwald. Sie repräsentieren unterschiedliche Typen von Burgen — Verwaltungssitz, lokale Sicherungsburg und hochadlige Grenzburg — und zeigen, wie regionale Machtverhältnisse durch bauliche Präsenz im Raum sichtbar gemacht wurden.
Quellen – Literatur
Zu Burg Molsberg
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Gensicke, Hellmuth: Landesgeschichte des Westerwaldes. Wiesbaden 1958.
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Herborn, Wolfgang: Die Herren von Molsberg. In: Heimatjahrbuch Westerwaldkreis.
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von Mering, Friedrich E.; Weidenbach, Anton J.: Geschichte der Herrschaft Molsberg.
Zur Weltersburg
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Gensicke, Hellmuth: Die mittelalterlichen Burgen im Westerwald. In: Nassauische Annalen.
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Cohausen, Karl August: Vor- und frühgeschichtliche Befestigungen im Westerwald.
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Heimatverein Girkenroth (Hrsg.): Girkenroth – Geschichte eines Westerwalddorfes.
Zu Burg Hartenfels
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Gensicke, Hellmuth: Die Grafen von Wied.
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Sarholz, Hans-Jürgen: Die Burg Hartenfels – Geschichte und Bauentwicklung.
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Schütz, Friedrich: Burgen und Befestigungen im Westerwald.
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Westerwald-Verein (Hrsg.): Der Westerwald – Landschaft, Geschichte, Kultur.
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Schütz, Friedrich: Burgen, Schlösser und feste Häuser im Westerwald.
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MS Copilot
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